Die CDU/CSU verlangt Pornoverbot



Ich gebe zu, dass diese Forderung alt ist. Aber in Zeiten des Wahlkampfes wird sie wieder gestellt. Deshalb möchte ich zu diesem Thema ein paar Worte loswerden.

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Wenn man ein Porno online sehen will, muss man erst einen Antrag stellen. Klingt ganz simpel. Doch hier stellt sich schon die erste Frage: Wer bezahlt den ganzen Spaß? Richtig, der Steuerzahler. Er hat ja zu viel Geld, das er aus dem Fenster schmeißen will. Die Herdpremie reicht nicht.
Und wozu das ganze? Damit die Kinder beschützt werden. Ein ganz schöner Gedanke. Wenn Eltern versagen, springt der Staat ein und legt eine Zensur auf. Es ist immer einfacher die Symptome anstelle der Ursache zu bekämpfen.
Stellen wir uns vor, dass man das durchsetzt: Pornos nur auf Antrag! Werden denn auch die ganzen Serien und Filme zensiert, weil sie zu einem 'gestörten Sexualtrieb' führen können? Immerhin besteht ja die Möglichkeit, dass auch hier manche Eltern nicht gut genug aufpassen und die Kinder sehen, wie X und Y auf dem Klo Sex haben. Was ist außerdem mit der sexuellen Werbung? Wir wissen ja: Sex sells! Und wer darf dann diesen Spaß bezahlen?
Und was ist mit den Pornofilmchen, die die Eltern im Schlafzimmer verstecken? Das Kind kann sie ja jeder Zeit finden und sie sich anschauen. Und schon ist die Schranke umsonst!
Um ganz sicher zu gehen, sollte man Sex für Jugendliche auch noch verbieten. Das könnte sich ja negativ auswirken! Denn manche behaupten ja, dass die jetzige Generation die Generation Porno ist, obwohl das viele Studien wie „Jugendsexualität“ der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ das Gegenteil beweisen. Laut ihnen legen die meisten Jugendlichen mehr Wert auf dauerhafte Beziehungen und nicht auf hemmungslosen Sex mit vielen, unterschiedlichen Partner.

Dieser Antrag ist und bleibt ein Nachteil für diejenigen, die sich spontan einen Porno anschauen wollen. Immerhin kostet dieser Zeit und raubt erst mal die Spontanität. Außerdem geht dadurch die Einfachheit und die Anonymität verloren, wenn man sich erst mal die Erlebnis holen muss. Wer will außerdem als Erwachsener bevormundet werden? 

Da man in diesem Fall von Eltern ausgeht, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder vor dem pornografischen Inhalt im Internet (Auf den pornografischen Inhalt in der Werbung, Filmen, Serien achtet ja kaum einer!). Diese Eltern werden wahrscheinlich auch Kinder nicht von Gewaltszenen in den Filmen, Serien und Spielen schützen. Also sollte man auch hierfür einen Antrag ausfüllen müssen, damit die Kinder nicht zu schaden kommen. Am besten bevormundet man einfach alle Menschen in allen Bereichen. Das ist die Lösung! Willkommen in Stasi 2!

Alex

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9 Responses to Die CDU/CSU verlangt Pornoverbot

  1. Das ist soooooo ein Schwachsinn! Was ist denn daran Jugendgefährdend? Kann doch jeder gucken was er will? Wer Menschen für unnormal hält nur weil sie sich mal Filmchen anguckt hat echt nen Schuss. Bin auch der Meinung, dass viel mehr Menschen dann ihren Trieb in Form von sexueller Belästigung ausleben. Ist vllt bisschen weit aus dem Fenster gelehnt, aber ne Vermutung.
    Es ist LEGAL in unserem Stadt, sich sexuell an hilflosen Tieren zu vergreifen.
    Es wird als weitaus schlimmer angesehen Musik zu downloaden als die Tatsache eine Frau vergewaltigt zu haben.
    Der Staat bekämpft, wie du schon gesagt hast, nicht das Problem, sondern die Symptome. Genau wie bei Migranten. 'Die lernen einfach kein Deutsch!'- Ja wie denn auch, wenn ihnen überall nur Spott entgegengebracht wird? 'Die Deutschen sind totale Nazis!'- Nein, aber nach dem zehnten Schwarzarbeiter der uns u höheren Steuern treibt weil wir seinen Aufenthalt bezahlen müssen isses auch mal gut. Wenn das Problem im Punkt angepackt werden würde wäre das ganz schnell im Wandel. Aber nö, stattdessen beleidigen wir lieber unsere Jugend und wollen Dinge wie Pornos zu verbieten. Was. Zum. Teufel.

    Ein Hoch auf unsere Politiker. Wirklich.

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  2. Da kann ich Bine nur zustimmen!

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  3. Das Wort "Herdprämie" finde ich ehrlich gesagt ziemlich unpassend und alles andere als sachlich... So etwas kann nur von Leuten kommen, die keine Kinder und keine Ahnung haben. :-D
    Liebste Grüße,
    Marie

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  4. Hallo, Marie.
    Es sollte nicht sachlich, sondern wertend klingen. Und das tut es auch. Nein, ich habe keine Kinder. Aber dafür habe ich eine inzwischen 8-jährige Schwester. Und ich habe mich mit dem Thema auseinander gesetzt. Zu behaupten, dass ich keine Ahnung habe, ist eine haltlose Unterstellung ;) Und wie du dir bestimmt denken kannst, heiße ich diese Herdpremie nicht gut.

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  5. Guter Post =) Ich hab ehrlich gesagt diese Diskussion bis heute nicht richtig mitbekommen, aber ich stimme dir im großen und ganzen zu =) Aber ich denke, das ist mal wieder so eine Prä-Wahl-Diskussion, um Engagement zu zeigen, und in ein paar Wochen hören wir davon nix mehr...

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  6. Puh! Guter Post! Ich denke auch dass Kinder geschützt werden sollten aber man sollte versuchen das Problem an der Wurzel zu packen und den Eltern stattdessen von Anfang am die Hilfe in Form von erziehungsunterstützung geben.

    http://maximus-mini-style.blogspot.de/?m=0

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  7. ... Man kann weder hopp noch topp sagen, ganz weg oder ganz da - wie man macht ist's falsch. Aber hast ja schon recht :)
    Olivia
    www.livichen.blogspot.de

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  8. Der Veggie Tag bei den Grünen, pornos bei der CDU.
    Irgendwie finde ich, dass beides sehr nach Wahlkampf-Schlammschlacht.

    Die heutige Gesellschaft ist doch eh sexualisiert und Vebotenes bringt dann nochmal einen zusätzlichen Kick wie bei den Jungs früher, die mit 13 schon Spiele ab 18 gezockt haben und das unglaublich cool fanden.

    Ich finde das Modell mit dem Antrag stellen schon einmal unsinnig und sehr bürokratisch.
    Es gibt so viele frei zugängliches im fernsehen und z.b. bei MyVideo (die Animes), was sehr brutal und sexuell ist .... Kinder können das auch jederzeit sehen.

    "Um ganz sicher zu gehen, sollte man Sex für Jugendliche auch noch verbieten. Das könnte sich ja negativ auswirken!"
    Diesen Gedanken hatte auch Herr Schreber ( http://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Schreber ), nach dem die Schrebergärten benannt wurden.
    Deshalb hat er seine Kinder nachts an Antimastrubationsfesthaltevorrichtungen angeschlossen, die Kinder von bekamen davon einen relativ großen Schaden, ein Sohn begang Suizid, ein weiterer Sohn schrieb eine Autobiographie über seine Nervenkrankheit.

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  9. Sehr gut geschrieben, finde ich echt sinnlos. Man müsste Das Problem anders beheben bzw. die Eltern müssten ihre Kinder einfach strenger bewachen...

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