Nie genug.



Hand aufs Herz: Jeder Mensch hat doch von irgendetwas nie genug und sammelt leidenschaftlich. Sei es Briefmarken, Accessoires, Bücher, Länder (in Form vom Urlaub), Autos, Geld, Zitate, Fotos, Wissen, Blogleser, etc.
Da ich zum Glück sehr wählerisch bin, sind meine Schuh-, Taschen- und Teekannensammlung relativ klein. Das schont nicht nur meinen Geldbeutel, sondern verbraucht auch nicht viel Platz. Aber ein Ankleidezimmer will ich später auf jeden Fall haben. Und einen Schrank, der meine Teekannen und Teeservice zur Geltung bringt.

Auch das Sammeln kann krankhaften Züge annehmen. Das ist dann der Fall, wenn man nicht selektiert und sich von nichts trennen kann. Diese Krankheit ist auch unter dem Namen Messi-Syndrom bekannt und stellt für Betroffene und ihre Angehörige ein großes Problem dar. (Natürlich ist das nicht das einzige Symptom. Für mehr Informationen, klicke hier!)

Wieso sammeln wir überhaupt?
Schon in der Steinzeit war der Mensch ein Sammler und Jäger. Das Sammeln von Essen, Knochen, Fell und Kräutern sicherte sein Überleben. Je größer die Sammlung war, desto höher war auch das Ansehen. Man war den anderen dadurch überlegen.
Und das ist auch bis heute so geblieben. Triebe lassen sich nicht innerhalb von wenigen Generationen zurückbilden, nur weil sie nicht mehr geraucht werden. Der einzige Unterschied zu damals ist das, was wir sammeln. Es sichert nicht unser Überleben, sondern unsere Stellung in der Gesellschaft. Unsere Sammlung ist durch die Vielfalt einzigartig. Wir grenzen uns ab und bilden gleichzeitig Gemeinschaften für Gleichgesinnte. Eitelkeit und Narzissmus spielen dabei eine große Rolle.
Sammeln ist aber auch eine Möglichkeit, etwas zu kompensieren. Sei es eine Kindheit, die von Mangel geprägt war, oder die Einsamkeit. Weil die Leidenschaft Zeit in Anspruch nimmt, lenkt sie von Schwächen und Problemen ab. Dass das keine Heilung der Ursache sondern nur die Bekämpfung der Symptome ist, sollte jedem klar sein.
Wir müssen bedenken, dass wir unserem Trieb unseren Fortschritt zu verdanken haben. Wenn der Mensch nicht so neugierig wäre, hätte er das Wissen nicht angesammelt und das Leben, so wie wir es kennen, wäre nie möglich gewesen.

Unsere Sammelleidenschaft hat starke Auswirkungen auf unser Konsumverhalten. Auch wenn es simpel klingt, erwähne ich es trotzdem. Jetzt sind wir auch bei einem wichtigem Thema angelangt, über das wir demnächst berichten werden. Welche Auswirkungen hat unser Kaufverhalten auf die Welt und welche Macht hat man als Konsument? Diese Fragen und viele weitere werden wir im Laufe der nächsten Wochen beantworten. Ihr dürft gespannt sein!



Alex


Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3

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12 Responses to Nie genug.

  1. Ich denke, dass Sammeln nicht immer heißt, dass wir kaufen kaufen kaufen und alles in der Ecke verstaubt. Ich bin z. b. ein Fan von analogen Kameras, habe immer 5-8 Stück. Wenn es zu viele werden, verkaufe ich welche und achte darauf, dass ich immer eine dabei habe. Aber meine Pentax Spiegelreflex nehme ich z. b. gezielt mit, während meine Lomo Actionsämpler eher die Alltagskamera ist, um Überraschungen wie Regentropfen an Blättern während eines Regenschauers zufotografieren etc.

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  2. Finde auch solche Posts mal interessant ist wirklich etwas anderes und regt zum Denken an ...sehr schön gemacht...

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  3. sehr guter Text und vor allem hast du Recht.

    Liebe Grüße
    http://herz-mensch.blogspot.de/

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  4. Schöner Text! Teekannen zu sammeln finde ich sehr schön :) Ich "sammel" Quietscheentchen :D

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  5. Ich bin gerade dabei mir abzugewöhnen "immer alles oder zu viel haben zu wollen".
    Ich glaube auf Dauer ist das auch besser so ;)

    Liebst, Elisa Zunder
    http://zunderzunder.blogspot.de/

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  6. Ein schönes Thema. Ich habe keine Sammelleidenschaft. Manchmal finde ich es schade, aber eigentlich hat es auch was Gutes. Teekannen habe ich dennoch bereits 2 Stück ;)

    Ganz liebe Grüße
    einemama
    http://www.kinder-dings.de/

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  7. Zum Thema Sammeln und Konsum kann ich dir nur zustimmen. Wenn wir nur das kaufen würden, was wir _brauchen_ und nicht alle möglichen Dinge einfach so horten würden (das nenne ich jetzt "sammeln") sähe die welt ganz anders aus!

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  8. Ich sammle... Kleidung. Staub. Und allerhand Erinnerungen! ;D

    Der Bela zwinkert auf dem Foto nicht... der hat nur ein Auge! :D


    Liebe Grüße,
    Diana von spiegelklappern

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  9. Also ich sammle Fotos auf dem iPhone ^^

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  10. Also wenn ich mal so überlege sammel ich bewusst glaube ich nichts, außer Blogleser. Aber ich weiß nicht ob ich das sammeln nennen kann :D genauso ists mit Nagellacken oder irgendwelche Accessoires für die Nägel. :)
    Das mit der Messi Krankheit habe ich auch schon mal gesehen, auf RTL2 kommen dazu immer diese Serien. Echt schlimm wenn man so süchtig ist sowas zu sammeln. :(
    http://everyday-is-fashion.blogspot.de/

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  11. Ich sammle so viele Dinge unbewusst, seien es Fotos, Schuhe oder Nagellacke (ohja..). Mein Geldbeutel heult auch schon.. :D

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  12. Ich habe auch alles mögliche gesammelt, doch mittlerweile fühle ich mich erdrückt von den ganzen Gütern. Sich von dem ganzen Kram loszulösen dauert eine gefühlte Ewigkeit aber es wird von Tag zu Tag weniger.
    Ich bewundere Minimalisten.
    " It's only after we've lost everything, that we're free to do anything" [Fight Club]

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